Praxis Volksschule Wien

Ateliers in der Nachmittagsgestaltung

Die Nachmittagsgestaltung an der Praxisvolksschule ist ein wesentlicher Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Im Rahmen der pädagogischen, organisatorischen und didaktischen Schulautonomie nutzt die Schule ihren Gestaltungsspielraum, um mit der täglichen Atelierarbeit einen strukturierten pädagogischen Rahmen für Begabungs- und Interessensförderung, individuelle Entwicklungsbegleitung sowie ganzheitliches Lernen zu schaffen.

Die Ateliers bieten Kindern am Nachmittag Zeit und Raum für vertieftes, handlungsorientiertes Lernen. Sie fördern Selbstständigkeit, Selbstwirksamkeit, Kreativität sowie soziale und emotionale Kompetenzen und ermöglichen Lernprozesse jenseits eines leistungsorientierten Unterrichtssettings.

Im Sinne der organisatorischen Schulautonomie gestaltet die Schule die Nachmittagsbetreuung eigenverantwortlich.

  • Die Ateliers finden jeden Nachmittag in jeder Klasse statt.
  • Die Dauer beträgt zwei zusammenhängende Stunden.
  • Jede Atelierphase wird von mindestens einer Lehrperson begleitet.
  • In Klassen mit Kindern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen ist zusätzlich eine Freizeitpädagogin bzw. ein Freizeitpädagoge eingesetzt.
  • Die Arbeit erfolgt mit der jeweiligen Nachmittagsgruppe der Klasse.
  • Die Ateliers sind fixer Bestandteil der schulischen Nachmittagsbetreuung.

Durch diese Struktur wird eine verlässliche, bedarfsorientierte und qualitätsvolle Nachmittagsgestaltung gewährleistet.

Die Atelierarbeit basiert auf einem inklusiven, ressourcenorientierten und kindzentrierten Ansatz, der im Rahmen der pädagogischen Autonomie der Schule entwickelt wurde. Die Vielfalt an Begabungen, Interessen und Entwicklungsständen der Kinder wird als Stärke verstanden und gezielt gefördert.

Zentrale pädagogische Leitprinzipien sind:

  • Wertschätzung individueller Potenziale
  • Förderung von Selbstwirksamkeit und Mitbestimmung
  • Lernen durch Tun, Erleben und Gestalten
  • Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen
  • Beziehungsorientiertes und wertschätzendes pädagogisches Handeln

Im Rahmen der didaktischen Schulautonomie entscheidet die Schule über Inhalte, Methoden und thematische Schwerpunkte der Ateliers. Diese orientieren sich an den Interessen der Kinder, an pädagogischen Zielsetzungen sowie an den Kompetenzen des pädagogischen Teams.

Mögliche Themenfelder sind:

  • Kreatives Gestalten (Kunst, Werken, Handarbeit)
  • Sprache, Erzählen, Theater und Rollenspiel
  • Forschen, Experimentieren, Natur und Technik
  • Bewegung, Spiel und Körpererfahrung
  • Musik, Rhythmus und Klang
  • Soziales Lernen, emotionale Bildung und Achtsamkeit

Die Themen können projektartig oder über längere Zeiträume hinweg bearbeitet werden.

Die Atelierarbeit ist durch offene, differenzierte und prozessorientierte Lernformen gekennzeichnet. Die Kinder arbeiten eigenständig, in Kleingruppen oder im gemeinsamen Austausch.

Die Lehrpersonen tragen die pädagogische Gesamtverantwortung und gestalten im Rahmen ihrer didaktischen Autonomie den Lernrahmen sowie gezielte Impulse.

Die Freizeitpädagoginnen und Freizeitpädagogen unterstützen insbesondere die individuelle Begleitung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, die Strukturierung von Lern- und Sozialprozessen, die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen sowie die Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team.

Die Ateliers sind Ausdruck gelebter Schulautonomie und leisten einen wichtigen Beitrag zur Profilbildung und Qualitätsentwicklung der Praxisvolksschule. Sie verbinden Betreuung und Bildung, stärken inklusive Schulentwicklung und ermöglichen innovative pädagogische Lernsettings.

Als Praxisvolksschule werden die Atelierformate regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt. Erkenntnisse aus der Praxis fließen in die schulische Qualitätsarbeit sowie in die Ausbildung angehender Pädagoginnen und Pädagogen ein.

Die täglichen Ateliers in der Nachmittagsgestaltung sind ein tragender Bestandteil des pädagogischen Gesamtkonzepts der Praxisvolksschule. Durch die bewusste Nutzung der Schulautonomie, klare organisatorische Strukturen, eine inklusive Grundhaltung sowie die Zusammenarbeit von Lehrpersonen und Freizeitpädagogik wird eine hochwertige, stärkenorientierte und kindgerechte Förderung aller Schülerinnen und Schüler gewährleistet.